Nach dem Atommüll-Skandal im niedersächsischen Endlager Asse müsse der Atomausstieg konsequent durchgeführt werden, fordert der Kreisvorstand der Tübinger SPD nach einer thematischen Sitzung am Mittwochabend. Einmal mehr werde hier in erschreckender Art und Weise deutlich, mit welchen unberechenbaren Gefahren die Nutzung der Kernenergie verbunden sei.
„Die Vorgänge zeigen, dass eine sichere Endlagerung technisch in keiner Weise geklärt ist“, so die Kreisvorsitzende Dorothea Kliche-Behnke. Jahrelang hätten die Befürworter der Kernenergie verbreitet, dass das Eindringen von Wasser in das Bergwerk höchst unwahrscheinlich sei, während unten das eindringende Wasser längst vom radioaktiven Inhalt der Fässer verseucht wurde. Für eine sichere Endlagerung müssten die Abfälle Tausende von Jahren gelagert werden können. Nun zeige sich, so Kliche-Behnke weiter, dass im Bergwerk Asse II, das die sichere Endlagerung in einem Salzstock beweisen sollte, keine 20 Jahre lang Sicherheit bestanden habe. „Der einzige Beweis, der in Asse wirklich erbracht wurde, ist die Tatsache, dass sämtliche Politiker, die die Gefahren der Endlagerung systematisch kleinreden, grob fahrlässig mit den nuklearen Risiken für Mensch und Natur umgehen.“
Es sei wenig mehr als bitterer Zynismus, wenn die Riege der Unions-Ministerpräsidenten inklusive ihrer Kanzlerin weiterhin für die Atomkraft als saubere und billige Energiequelle werbe. „Während die Gefahren nach wie vor nicht kalkulierbar sind, werden die Kosten für Transport, Lagerung und Sicherung des Atommülls konsequent heruntergerechnet. Wir als Sozialdemokraten wollen hingegen sicherstellen, dass die Kosten der Sicherung von Asse II nicht zu Lasten der Steuerzahler gehen, sondern von denen getragen werden, die bisher an der Nutzung der Kernkraft verdient haben“, betont die Kreisvorsitzende.
Kritik übten die Tübinger Sozialdemokraten insbesondere an der Landesregierung von Baden-Württemberg. „Wer an vorderster Front für längere Laufzeiten kämpft, darf sich der Verantwortung für eine sichere und dauerhafte Lagerung der atomaren Abfälle nicht entziehen“, so Kliche-Behnke. Stattdessen blockiere die Landesregierung die Suche nach einem Endlager in Baden-Württemberg hartnäckig, während das Land gleichzeitig zu einem der größten Produzenten der gefährlichen nuklearen Rückstände gehöre.